Gasantriebe als Zukunftsinvestition

Mehr als 25 Prozent der Lkw von Transnugon werden mit Gas angetrieben. Geschäftsführer Pablo Bordils Montero sieht darin zahlreiche Vorteile – sowohl was die Kraftstoffkosten betrifft als auch im Hinblick auf die Gewinnung neuer Kunden. „Wir möchten den Fuhrpark komplett auf Gas umstellen, und der neue Volvo FH LNG soll der Schlüssel dazu sein.“

Volvo FH LNG unterwegs in Valencia.

Mehrere Wochen lang hat Transnugon den Volvo FH LNG getestet. „Er steht für einen Quantensprung bei der Entwicklung gasbetriebener Lkw. Zum ersten Mal gibt es einen Lkw mit Gasantrieb, der es mit einem Diesel-Lkw aufnehmen kann“, stellt Pablo Bordils Montero fest.

Pablo Bordils Montero

„Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden. Wir haben den Volvo FH LNG auch auf der Autobahn mit anderen Lkw verglichen. Das Ergebnis: Er lässt alle anderen hinter sich – auch die Dieselfahrzeuge“, so Pablo Bordils Montero.

Transnugon residiert in einem unscheinbaren Industriegebiet vor den Toren Valencias an der spanischen Ostküste. Ein dezentes Schild am Zaun heißt Besucher willkommen, und früh am Morgen stehen nur wenige Lkw auf dem großen asphaltierten Hof. Das Büro ist in einer Art Baracke untergebracht, daneben gibt es eine Lkw-Waschanlage und eine kleine Werkstatt.

Eigentlich deutet nicht viel darauf hin, dass Transnugon ein schnell wachsendes Transportunternehmen mit ehrgeizigen Zielen ist. In nur zweieinhalb Jahren hat sich das Unternehmen vom kleinen Familienbetrieb mit einer Handvoll Kunden und etwa 50 Fahrzeugen zum Betreiber eines modernen Fuhrparks mit 250 Lkw gemausert. Und jeden Tag kommen neue Fahrzeuge hinzu.

„Dass wir so rasant wachsen, liegt an unserer Risikobereitschaft und Flexibilität. Wir sagen nie nein. Wenn ein Kunde einen neuen Lkw verlangt, kaufen wir ihn, ohne zu viel über die Zukunft nachzudenken. Aufgrund unserer hohen Kapazität können wir den Wünschen unserer Kunden immer entsprechen. Und wenn ein Kunde möchte, dass wir morgen 25 Touren nach Madrid machen, dann tun wir das“, sagt Pablo Bordils Montero, Geschäftsführer und einer von drei Inhabern.

Volvo FH LNG auf einer spanischen Landstraße

Neben niedrigeren Kraftstoffkosten verschafft die Investition in Lkw mit Gasantrieb Transnugon auch ein Alleinstellungsmerkmal, denn nur wenige Mitbewerber in der Region nennen solche Fahrzeuge ihr Eigen.

Die meisten Kunden des Unternehmens kommen aus der Nahrungsmittelbranche. Transnugon beliefert Geschäfte und Supermärkte im Großraum Valencia, aber auch in anderen Teilen Spaniens, mit Tiefkühl-, Frisch und Trockenware.
„Wir sind fast täglich auf denselben Strecken unterwegs und stehen unseren Kunden rund um die Uhr zur Verfügung – jeden Tag, jahrein, jahraus. Da wir mit Lebensmitteln arbeiten, kommt es sehr darauf an, dass unsere Fahrzeuge gut in Schuss sind und wir pünktlich ankommen“, erklärt Pablo Bordils Montero.

Bevor Pablo Bordils Montero vor drei Jahren bei Transnugon anfing, war er dort Kunde. Die Familie seiner Frau betreibt eine Firma, die eine der größten Lebensmittelketten Spaniens mit Mineralwasser beliefert, und Transnugon war ihre Spedition. Als Transnugon Schwierigkeiten hatte, mit dem Expansionstempo Schritt zu halten, wandten sich die Eigentümer an Pablo Montero und boten ihm an einzusteigen. „Mein Verhältnis zu Transnugon war gut, aber von Logistik hatte ich praktisch keine Ahnung. Letztlich habe ich ein Drittel des Unternehmens gekauft und bin Anteilseigner geworden.“

Heute gehört das Unternehmen Pablo Bordils Montero und den beiden Brüdern Jorge Núñez González und José Maria Núñez González, deren Vater José Maria Núñez Romero Transnugon Ende der 1990er-Jahre gründete. „Wir gehören zwar nicht zur selben Familie, aber trotzdem fühlt es sich so an. Jeder von uns weiß, was zu tun ist, und jeder von uns arbeitet und verdient genauso viel wie die anderen. Unseren Erfolg haben wir vor allem unserer ausgezeichneten Teamarbeit zu verdanken.“

Als Montero zur Firma stieß, begann eine Phase großer Veränderungen. Im Handumdrehen ersetzte er alle alten Lkw durch Neufahrzeuge. „Mit modernen Fahrzeugen konnten wir unsere Kunden besser bedienen. Das führte zu mehr Aufträgen und ermöglichte uns den Kauf weiterer Trucks.“

Ich probiere gern Neues aus und will die Dinge ständig verbessern.

Pablo Bordils Montero, Geschäftsführer von Transnugon

Die ersten gasbetriebenen Lkw wurden von Transnugon erprobt, als der alte Fahrzeugbestand ausgetauscht wurde. Die Tests verliefen positiv und führten zu einer der wichtigsten Investitionen des Unternehmens – dem Kauf von 30 Lkw mit Gasantrieb nebst eigener Gastankstelle.

„Ich probiere gern Neues aus und will die Dinge ständig verbessern. Zudem wird mir schnell langweilig, weshalb ich mir immer wieder neue Sachen ausdenke. Unsere Gastankstelle ist das beste Beispiel dafür. Darauf bin ich eines Abends beim Surfen im Internet gestoßen. Man muss einfach nur neugierig sein“, meint Pablo Bordils Montero.

 

Die Gastankstelle von Transnugon

Vor drei Jahren hat Transnugon die ersten Lkw mit Gasantrieb gekauft. Gleichzeitig investierte das Unternehmen in eine eigene Gastankstelle. Heute werden 78 Prozent des Treibstoffs dort getankt, weshalb das Unternehmen große Mengen einkaufen und so die Kosten im Zaum halten kann.

Volvo FH LNG beim Passieren einer Brücke.

„Unsere Kunden freuen sich über die Gas-Trucks, weil sie damit Werbung machen können“, sagt Pablo Bordils Montero.

Die Investition in gasbetriebene Lkw erfolgte aus rein wirtschaftlichen Gründen. Damals war der Dieselpreis hoch und Gas war deutlich günstiger. Die Anschaffung einer eigenen Gastankstelle hat sich gelohnt. Obwohl die Dieselpreise gefallen sind, ist Gas für Transnugon immer noch 35 Prozent billiger. Durch den Einkauf großer Mengen ergibt sich ein wesentlich günstigerer Preis als an fremden Tankstellen. Hinzu kommt der immense Zeitgewinn.

Derzeit besitzt Transnugon 58 gasbetriebene Lkw, was mehr als einem Viertel des gesamten Fahrzeugbestands entspricht. Auch wenn die Investition aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt sei, böten umweltfreundlichere Transportlösungen auch viele andere Vorteile, meint Montero:
„Unsere Kunden freuen sich über die Gas-Trucks, weil sie damit Werbung machen können. Die Umweltverschmutzung in Ballungsgebieten wird auf Dauer zu größeren Einschränkungen führen, und immer mehr Unternehmen werden nach Transporten mit gasbetriebenen Lkw verlangen.“

Der Volvo FH LNG ist der erste gasbetriebene Lkw, dessen Leistungswerte und Fahreigenschaften mit denen eines Diesel-Lkw identisch sind.

Pablo Bordils Montero, Geschäftsführer von Transnugon

Langfristig möchte Pablo Bordils Montero seinen Fuhrpark komplett auf Lkw mit Gasantrieb umstellen. Nachdem das Unternehmen den Volvo FH LNG einige Wochen lang getestet hat, scheint diesem Vorhaben nun nichts mehr im Wege zu stehen. „Der Volvo FH LNG ist der erste gasbetriebene Lkw, dessen Leistungswerte und Fahreigenschaften mit denen eines Diesel-Lkw identisch sind. Er eignet sich genauso gut für Touren nach Madrid wie für kürzere Strecken.“

Aktuell beabsichtigt Transnugon, seinen Fahrzeugbestand um mehrere Fahrzeuge des Typs Volvo FH LNG zu ergänzen. Das Modell eignet sich nicht nur für unterschiedlichste Transportarten, sondern punktet auch mit niedrigen Verbrauchswerten. Die Margen für spanische Transportunternehmen sind knapp bemessen, und für Transnugon zählt jeder Prozentpunkt.

„Der Volvo FH LNG verbraucht sieben bis acht Prozent weniger als andere Lkw mit Gasantrieb. Der Unterschied zu vergleichbaren Diesel-Lkw beträgt sogar 15 Prozent“, sagt er. Die Konzentration auf gasbetriebene Lkw unterscheidet Transnugon von anderen Anbietern, und Montero ist überzeugt, dass sein Unternehmen weiter gedeihen wird. 

Baldassarre Monge.

„Als wir anfingen, dachten wir an 100 Lkw. Mittlerweile haben wir 250. Wenn ich mir ansehe, wo wir heute stehen und welche Möglichkeiten es gibt, sehe ich keinerlei Grenzen. Wenn es uns gelingt, gutes Personal und neue Partner zu gewinnen, können wir die größte Spedition Spaniens werden.“

Transnugon – Fakten und Zahlen

Gegründet: 1998
Transport: Überwiegend Regionaltransporte für verschiedene Nahrungsmittelhersteller
Geschäftsführer: Pablo Bordils Montero
Inhaber: Pablo Bordils Montero, Jorge Núñez González und José Maria Núñez ­González
Umsatz 2016: 12 Millionen Euro
Erwarteter Umsatz 2017: 22 Millionen Euro
Anzahl Mitarbeiter: ca. 288
Fahrzeugbestand: ca. 250 Lkw, davon 34 Volvo Trucks und 58 Fahrzeuge mit Gasantrieb
Verweildauer bis zum Wiederverkauf: drei bis fünf Jahre

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