"Vera wird mit Menschen für Menschen arbeiten"

Von Anfang an ging es bei der Entwicklung von Vera darum, den Status Quo in der Transportbranche zu verändern. Schon das Design verkörpert diese kühne Vision, indem es Konventionen direkt herausfordert.

Vor einigen Jahren kam eine kleine Gruppe von Kollegen zusammen, darunter Designer,  betriebswirtschaftliche und technische Experten von Volvo Trucks, vereint in der Überzeugung, dass die Transportbranche einer Umgestaltung bedürfte. Es brauchte Lösungen, die effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger waren, aber nach Ansicht des kleinen Teams wäre dies nur möglich, wenn man es wagte, anders zu denken. Ausgehend von der Notwendigkeit, die Kosten der Kunden zu senken, erkundete das Team die Möglichkeiten, die Automatisierung, Konnektivität und Elektromobilität bieten, und erarbeitete bald das Konzept für Vera, ein autonomes, vollelektrisches Fahrzeug, das sich in komplexere Logistiksysteme integrieren lässt.

Mikael Karlsson

Mikael Karlsson, Vice President Autonomous Solutions bei Volvo Trucks

„Mit Vera hatten wir die Möglichkeit daran mitzuwirken, wie ein autonomes Fahrzeug aussehen würde“, erklärt Mikael Karlsson, Vice President Autonomous Solutions bei Volvo Trucks und Teil des ursprünglichen Teams, das Vera entwickelte. „Es musste modern aussehen, aber nicht so hochtechnologisch, dass es sich fremd oder einschüchternd anfühlen würde. Dies ist ein funktionales Fahrzeug mit einer bestimmten Aufgabe, das in eine Gesamtlösung integriert werden muss. Daher war es für uns wichtig, dass Vera in seiner Umgebung einfach, zugänglich und natürlich wirkte. “

Zu Beginn des Prozesses konzentrierten sich Mikael Karlsson und seine Kollegen auf das Bedürfnis der Kunden nach einem konstanten und immer wieder kehrenden Transportfluss zwischen A und B und nicht so sehr auf das Fahrzeug selbst. Eine wichtige Inspiration für diesen ganzheitlichen Ansatz war das Ökosystem. Ziel war es, einen konstanten Prozess zu ermöglichen, der Tag und Nacht läuft, um so die Produktivität zu steigern.

Mit Vera hatten wir die Möglichkeit daran mitzuwirken, wie ein autonomes Fahrzeug aussehen würde. Uns war wichtig, dass Vera in seiner Umgebung einfach, zugänglich und natürlich wirkt

Mikael Karlsson

Vice President Autonomous Solutions, Volvo Trucks

Grünes Licht für Volvo Trucks Designstudio in Göteborg, mit dem Entwurf von Vera zu beginnen, konnte Mikael Karlsson dann schließlich im Frühjahr 2017 gegeben.

"Ein wichtiger Augenmerk bei der Gestaltung von Vera war Einfachheit. Dies ist eine Transportlösung von Menschen für Menschen. Selbst wenn Vera keinen Fahrer hat, wird es mit den Menschen interagieren und wurde entwickelt, um effektivere Logistiksysteme zu ermöglichen. Man kann also sagen, dass die Person, für die wir es entworfen haben, eigentlich die gesamte Gesellschaft ist", sagt Ismail Ovacik, Chief Designer Exterior bei Volvo Trucks, und fügt hinzu: "Wir wollten etwas schaffen, das den Standard für Fahrzeuge ohne Fahrerkabine setzt."

Ismail Ovacik

Ismail Ovacik, Chief Designer Exterior bei Volvo Trucks.

Das Designteam suchte weit und breit nach Inspirationen, auch in vielen futuristischen Filme wie Oblivion und überprüfte sorgfältig alle möglichen Dinge, die mit Automatisierung und Elektrifizierung zu tun haben. "Auch wenn es keine direkte Verbindung zu anderen Objekten gibt, gehört es zur Heransgehensweise von Designern, so viele Eindrücke für die Inspiration zu sammeln wie möglich", erklärt Ismail und zeigt auf das große Moodboard neben ihm. "Wir haben uns viele Hi-Tech-Produkte wie Telefone, Tablets und Lautsprecher angesehen, und sie haben uns dabei inspiriert, wie sie die Technologie integriert haben."

Ismail Ovacik mit Rücklichtern

Ismail Ovacik und sein Team ließen sich aus verschiedenen Quellen inspirieren, doch am Ende musste Vera immer noch wie ein Transportfahrzeug aussehen.

Obwohl Ismail und seine Kollegen ohne Referenzrahmen arbeiteten, gab es einige Dinge, die zu berücksichtigen waren, wie etwa gesetzliche Anforderungen und technische Komponenten, die in das Design integriert werden mussten. Eine Herausforderung bestand darin, dass die gesamte Technologie sehr viel Platz beanspruchte und dass alles von den Batterien bis zu den kleinen und großen Komponenten, der Verkabelung und anderen Technologien in der Hülle verborgen werden musste. Die richtigen Proportionen zu erhalten, war etwas, das er mit seinem Team viel diskutiert hat. Später wurde viel darüber diskutiert, welche Designelemente hervorgehoben werden sollten.

"Wenn ich zurückblicke ist klar, dass viele unserer früheren Skizzen im Vergleich zum finalen Design sehr sportlich waren. Für uns war es wichtig, die richtige Balance zu finden, so dass Vera nicht wie ein Formel-1-Rennwagen, ein Rasenmäher, ein Staubsauger oder ein ferngesteuertes Auto in einem Vergnügungspark aussah, sondern wie ein Transportfahrzeug. Insgesamt haben wir mehrere hundert Skizzen angefertigt, sowohl auf Papier als auch auf Computer, bevor wir alle Details so hatten, wie wir sie wollten."

Entwurfsskizzen

Der Designprozess beinhaltete viele Diskussionen und Debatten im Team, bis ein Design entwickelt wurde, das die richtige Balance fand.

Das Designstudio von Volvo Trucks in Göteborg hat eine hohe Decke - in zweierlei Hinsicht. Ein großer Bereich in den weitläufigen Räumen ist für spontane und offene Besprechungen vorgesehen. Es gibt Zeichenbretter, kleine Modelle und verschiedene Moodboards, auf denen man Veras Reise von einer Idee zur Realität verfolgen kann, auf der Ismail seine Erfahrungen aus dem Designprozess teilt. Er erklärt, dass er und die anderen Designer eine Arbeitsweise haben, die zur Offenheit einlädt, und dass viele Gespräche, die sie während ihrer Arbeit an Vera geführt haben, entscheidende Faktoren für ihren Erfolg waren. Er beschreibt die Dialoge, die sie hatten, als "Erkundung", bei der sie alle von ihrer großen Neugier angetrieben wurden, neue Dinge auszuprobieren, um voranzukommen.

Vera from above

Das endgültige Design von Vera ist sauber, funktional und futuristisch, jedoch mit Persönlichkeit und menschlichem Ausdruck.

"Wir hatten keinen anderen Bezugsrahmen, also gab es viele spannende Diskussionen. Es war wirklich eine Teamleistung, bei der es uns nicht um Prestige ging. Wir haben Dinge gemeinsam gemacht und es war Platz für alle Ideen. Später war es meine Aufgabe, all diese Gedanken und Kommentare zu sammeln und das am besten entwickelte Endprodukt zusammenzufügen", erklärt er.

Mit Herausforderungen während des Designprozesses umzugehen war eher die Norm als die Ausnahme. Während der Arbeit an Vera, bei der das Design-Team etwas völlig Neues herstellen musste, war eine enge Zusammenarbeit sehr wichtig.

Vera hat ein ehrliches, sauberes und funktionales Design, das Vertrauen und Zuverlässigkeit zum Ausdruck bringt. Ich habe das Gefühl, dass wir ihm erfolgreich eine Persönlichkeit und einen menschlichen Ausdruck verliehen und gleichzeitig seine technischen und futuristischen Elemente hervorgehoben haben.

Ismail Ovacik

Chief Designer Exterior, Volvo Trucks

„Während des Prozesses mussten die Desginer ihre Entwürfe immer wieder anpassen, genau so wie das Konstruktionsteam einige Teile neu positionieren musste, um das Design zu optimieren. In der Zusammenarbeit mit Vera haben wir uns gegenseitig herausgefordert und mussten oft Probleme gemeinsam lösen", sagt er und fügt hinzu:

„In meinen Augen hat Vera ein ehrliches, klares und funktionales Design, das Vertrauen und Zuverlässigkeit ausstrahlt. Ich habe das Gefühl, dass wir ihm erfolgreich eine Persönlichkeit und einen menschlichen Ausdruck verliehen haben und gleichzeitig auch seine technischen und futuristischen Elemente hervorgehoben haben. Der Zweck von Vera besteht darin, unser System für den automatisierten Transport ein Gesicht zu geben, und ich denke, dass wir diese Aufgabe gelöst haben."

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