London calling: mehr Sicherheit in der City

London hat der Vermeidung von Verkehrsunfällen höchste Priorität eingeräumt. Ein Gesetzentwurf sieht vor, dass alle Nutzfahrzeuge mit mehr als 12 Tonnen ab 2020 eine Sicherheitserlaubnis brauchen, um in der City verkehren zu dürfen. Und auch andere Städte werden hellhörig.
Piccadilly Circus, Central London.

Auf Londons schmalen Straßen tummeln sich permanent Lieferwagen, Lkw, Taxis und Doppeldeckerbusse sowie Fußgänger und ein immer größeres Heer von Radfahrern.

Auf Londons schmalen Straßen tummeln sich jeden Morgen Lieferwagen, Lkw, die berühmten schwarzen Taxis und roten Doppeldeckerbusse sowie Fußgänger und ein immer größeres Heer von Radfahrern.

Wo sich so viele Menschen und Fahrzeuge das begrenzte Platzangebot teilen müssen, besteht die erhöhte Gefahr von Zusammenstößen. Als besonders riskant hat sich das Gemenge aus Lastkraftwagen, Radfahrern und Fußgängern erwiesen.

In den letzten drei Jahren waren Lkw an 20 Prozent der tödlichen Unfälle mit Fußgängern und an mehr als 70 Prozent der tödlichen Unfälle mit Radfahrern beteiligt, die sich in London ereignet haben. Und dies, obwohl laut Statistik der Londoner Verkehrsbehörde Transport for London nur vier Prozent der in der City gefahrenen Meilen auf diese Fahrzeuge entfallen.

 

Straßen in London

Das Gemenge aus Lkw, Radfahrern und Fußgängern, die sich den begrenzten Verkehrsraum Londons teilen müssen, hat zur Folge, dass die erhöhte Gefahr von Zusammenstößen besteht.

Will Norman

Will Norman, Walking & Cycling Commissioner bei Transport for London, ist überzeugt, dass die Verbesserung der Direktsicht von Lkw-Fahrerhäusern die Gefahr von Zusammenstößen mit Fußgängern und Radfahrern verringern wird.

Die Werte mögen hoch sein, doch solche Statistiken gelten nicht nur für London. Nachforschungen des Volvo Trucks Unfallforschungsteams ergaben, dass 2014 rund 32 Prozent der bei Unfällen mit Lkw getöteten Personen in der EU ungeschützte Verkehrsteilnehmer waren. Und während sich die Verkehrssicherheit insgesamt verbessert hat, hat sich herausgestellt, dass die Zahl der Unfälle mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern nicht so leicht zu senken ist. 

Um die Straßen Londons sicherer zu machen, hat die Transportbehörde die Reduzierung von Gefahren im Straßenverkehr in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungsfindung gerückt und sucht derzeit gemeinsam mit Interessenverbänden und Fahrzeugherstellern, darunter auch Volvo Trucks, nach Lösungen. 

Was also kann man machen? Geplant ist unter anderem die Entwicklung der ersten DVS-Norm (Direct Vision Standard) für Lastwagen. 

„Es ist erwiesen, dass die Direktsicht aus dem Fahrerhaus nach draußen eine große Rolle bei der Reduzierung von Gefahren für Fußgänger und Radfahrer spielt, weil tote Winkel ein Hauptfaktor bei Zusammenstößen sind“, sagt Will Norman, Walking & Cycling Commissioner bei Transport for London.

Der Entwurf sieht vor, dass alle Nutzfahrzeuge mit mehr als 12 Tonnen ab 2020 eine Sicherheitserlaubnis brauchen, um in der City verkehren zu dürfen.

Noch werde über die Pläne beraten, erklärt Will Norman. Doch nach jetzigem Stand der Dinge würden Lastwagen, die die Mindestvoraussetzungen in Sachen Direktsicht erfüllen oder entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung der Risiken für ungeschützte Verkehrsteilnehmer nachweisen können, eine Genehmigung zum Befahren der Stadt London erhalten. Der abschließende Entwurf wird zudem Angaben zu Sensoren und optischen Warnsignalen enthalten.

„Wir arbeiten daran, unsere Straßen sicherer zu machen, sind aber auch darauf angewiesen, dass die Transportfirmen die Sicherheit ihrer Fahrzeuge verbessern“, sagt Will Norman.

 

Straßenüberquerung.

In den letzten Jahren waren Lkw an 20 Prozent der tödlichen Unfälle mit Fußgängern und an mehr als 70 Prozent der tödlichen Unfälle mit Radfahrern beteiligt, die sich in London ereignet haben.

Volvo Trucks verfolgt die Entwicklungen in London mit großem Interesse.
„Wir begrüßen die in London ergriffenen Maßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit in der City und die gemeinsamen Anstrengungen verschiedener Akteure für den Schutz ungeschützter Verkehrsteilnehmer“, so Claes Avedal, Safety Manager Product Planning bei Volvo Trucks.

Wir arbeiten daran, unsere Straßen sicherer zu machen, sind aber auch darauf angewiesen, dass die Transportfirmen die Sicherheit ihrer Fahrzeuge verbessern.

Will Norman

Walking & Cycling Commissioner, Transport for London

Claes Avedal.

Claes Avedal, Safety Manager Product Planning bei Volvo Trucks, begrüßt die Londoner Initiative und glaubt, dass weitere Städte dem Beispiel folgen werden.

Er sagt voraus, dass in London und anderen Städten, die ihre Verkehrssicherheit verbessern wollen, vor allem Lkw verkehren werden, die eigens im Hinblick auf bestmögliche Sicht konzipiert wurden. Dazu gehören spezielle Ausstattungselemente wie zusätzliche Fenster und Kameras und niedrige Fahrgestellhöhen sowie spezielle Fahrzeugtypen wie der Volvo FE mit Niederflur-Fahrerhaus, der ein besonders niedriges Fahrgestell besitzt und auf Wunsch mit größeren Fenstern erhältlich ist, die einen Großteil der Fahrerhaustüren ausmachen. Die Zusatzfenster bieten dem Fahrer direkte Sicht auf den Bereich neben dem Fahrzeug. 

„In Sachen Direktsicht ist dies das ultimative Fahrzeug, weil sich der Fahrer fast auf Augenhöhe mit Radfahrern und Fußgängern befindet“, sagt Claes Avedal. 

Neben der Arbeit an einer DVS-Norm (Direct Vision Standard) setzt Transport for London derzeit zahlreiche andere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit um. Unter anderem werden Tempolimits verschärft, Straßen verkehrsberuhigt, gefährliche Kreuzungen umgebaut und Verstöße konsequenter geahndet.

„Von der Fahrzeugkonstruktion und der Streckenplanung über die Aufmerksamkeit für das Verkehrsgeschehen bis hin zur Gestaltung der Straßen gibt es so viele Faktoren, die das Zusammenspiel von Lkw und ungeschützten Verkehrsteilnehmern sicherer machen können“, sagt Claes Avedal.

Auch Volvo Trucks wählt einen mehrgleisigen Ansatz in Sachen Sicherheit. Das Spektrum reicht von der Sicherheitsforschung über die Entwicklung von Sicherheitstechnologien (Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem mit Notbremsfunktion etc.) bis hin zu sichereren Fahrzeugen und Fahrsicherheitsschulungen. Verkehrserziehungskampagnen wie „Stoppen, schauen, winken“ und „Sehen und gesehen werden“ spielen dabei ebenfalls eine wichtige Rolle. 

 

Die Verkehrssicherheit in Städten steht momentan vielerorts weit oben auf der politischen Agenda. Machen Sie sich auf große Veränderungen in aller Welt gefasst.

Claes Avedal

Safety Manager Product Planning bei Volvo Trucks

Nach dem Willen von Transport for London soll es 2041 keine schweren oder tödlichen Unfälle mehr auf den Straßen Londons geben. Außerdem sollen 80 Prozent aller Wege zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

„Wir können damit rechnen, dass es bald zu weiteren Veränderungen in aller Welt kommen wird“, so Claes Avedal. „Was die Senkung der Unfallzahlen betrifft, teilt Volvo Trucks die Vision Londons. Bis jetzt hinkt die Verkehrssicherheit in Städten hinter anderen Bereichen her. Doch jetzt steht das Thema vielerorts weit oben auf der politischen Agenda. Machen Sie sich auf große Veränderungen in aller Welt gefasst.“
London weist den Weg.

Londons Ziele für 2041

  • Keine schweren oder tödlichen Unfälle auf seinen Straßen.
  • Laut Transport for London sollen 80 Prozent aller Wege zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

 

Volvo Trucks Sicherheitsbericht 2017

Seit 1969 hat das Unfallforschungsteam von Volvo Trucks mehr als 1.700 Unfälle mit Lkw-Beteiligung untersucht und ausgewertet. Das Team liefert Erkenntnisse in Sachen Verkehrssicherheit und spricht Empfehlungen im Hinblick auf die Entwicklung künftiger Verkehrssicherheitsmaßnahmen aus.

2014 gab es in der EU insgesamt 3.863 Verkehrstote bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung.

13 %
499 Verkehrstote
Unfälle mit Todesfolge für Lkw-Insassen.

49 %
1.898 Verkehrstote
Unfälle mit Todesfolge für Pkw-Insassen.

32 %
1.230 Verkehrstote
Unfälle mit Todesfolge für ungeschützte Verkehrsteilnehmer.

6 %
236 sonstige Todesfälle mit Lkw-Beteiligung.
Von den 1.230 Todesfällen unter ungeschützten Verkehrsteilnehmern (EU, 2014) entfielen 53 % auf Fußgänger,
22 % auf Radfahrer und 25 % auf Moped- und Motorradfahrer.

Unfälle mit Todesfolge oder schweren Verletzungen für ungeschützte Verkehrsteilnehmer in der EU 2014.

20 %
beim Abbiegen eines Lkw.

30 %
beim Überqueren der Fahrbahn.

Zu berücksichtigende Aspekte

Drei Dinge, die Lkw-Kunden laut Claes Avedal, Safety Manager Product Planning bei Volvo Trucks, unbedingt berücksichtigen sollten, um die Sicht und die Verkehrssicherheit in Städten zu verbessern. 

Streckenplanung
„Achten Sie auf sichere Baustellenein- und -ausfahrten, meiden Sie verstopfte und enge Straßen und nehmen Sie Rücksicht auf ungeschützte Verkehrsteilnehmer. Gute Planung ist das A und O.“

Das richtige Fahrzeug für die Aufgabe
„Viele Kunden wünschen sich einen Lkw, der möglichst vielseitig ist. Deshalb entscheiden sie sich möglicherweise für ein hohes Fahrgestell, obwohl sie hauptsächlich in der Stadt tätig sind. Aber ein niedriges Fahrgestell sorgt dafür, dass der Fahrer tiefer sitzt und besser sehen kann, was rund um das Fahrzeug vor sich geht.“

Kamera und tief angeordnetes Türfenster für bessere Sicht
„Es ist möglich, nur mit den Fenstern und Spiegeln den gesamten Bereich vor und neben dem Fahrzeug zu sehen. Trotzdem verbessert eine an der Ecke montierte Kamera ebenso wie ein weit unten in der Beifahrertür angeordnetes Fenster die Sicht des Fahrers, wodurch Zusammenstöße beim Abbiegen verhindert werden können.“

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