Mehr Komfort mit Doppelbatterien

Das neue Doppelbatteriesystem von Volvo Trucks gewährleistet die Stromversorgung aller Funktionen im Fahrerhaus und garantiert, dass der Motor anderntags anspringt.
Stromverbrauch im Fahrerhaus

Kühlboxen, Heizgeräte, Kühlaggregate, Multimediasysteme, Mobiltelefone, Laptops und Tablets – dies sind nur einige der Geräte, die heutzutage in Fahrerhäusern zu finden sind. Sie alle können eine Batterie im Handumdrehen entladen und das Fahrzeug Schachmatt setzen.

Hans Westerlind

Hans Westerlind, Senior Technology Specialist Electrical Components bei Volvo Trucks.

Die Batterie eines Lkw soll in erster Linie Strom für den Anlasser liefern, doch der Energiebedarf nimmt stetig zu. Kühlboxen, Heizgeräte, Kühlaggregate, Multimediasysteme und seit einiger Zeit auch Mobiltelefone, Laptops und Tablets – sie alle spielen heutzutage für Fernfahrer eine wichtige Rolle. Aber sie verbrauchen auch eine Menge Strom, weshalb sie im Handumdrehen die Batterie entladen und das Fahrzeug Schachmatt setzen können. 

Das neue Doppelbatteriesystem von Volvo Trucks soll diesem Dilemma ein Ende bereiten. Es besteht aus zwei separaten Batteriesätzen, von denen einer ausschließlich für das Anlassen des Motors und der andere für die Stromversorgung aller anderen elektrischen Vorrichtungen im Fahrerhaus zuständig ist. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass immer genug Strom zum Anlassen des Motors vorhanden und trotzdem der hohe Stromverbrauch im übrigen Fahrzeug gedeckt ist.

Samuel Nerdal

Samuel Nerdal, Produktmanager für elektrische und elektronische Komponenten bei Volvo Trucks.

Die Batterien für den Wohnraum basieren auf Geltechnologie und sind deutlich zyklenfester als herkömmliche Blei-Säure-Batterien. „Wenn man eine herkömmliche Batterie tiefentlädt, bis ihr Ladezustand null Prozent beträgt, büßt sie etwa fünf Prozent ihrer Kapazität ein“, so Hans Westerlind. „Im Gegensatz dazu sind Gelbatterien darauf ausgelegt, entladen zu werden. Selbst nach 200 Tiefentladungszyklen liegt ihre Kapazität noch bei 95 Prozent.“

Am besten eignet sich das Doppelbatteriesystem für Fernverkehrsaufgaben, bei denen Fahrer normalerweise einen höheren Strombedarf haben. Doch auch im städtischen Verteilerverkehr hat das System seine Vorteile. „Wer kurze Strecken fährt und häufig anhalten und wieder losfahren muss, hat möglicherweise Schwierigkeiten, eine herkömmliche Batterie Tag für Tag komplett zu laden“, erklärt Samuel Nerdal. „Gelbatterien hingegen lassen sich unter solchen Bedingungen besser laden, weil sie die Energie wesentlich schneller aufnehmen können.“

Mehr Ladezyklen
Herkömmliche Batterien nehmen Schaden, wenn sie unter 50 Prozent entladen werden. Bei einer Tiefentladung auf null Prozent büßen sie rund fünf Prozent ihrer Kapazität ein. Wenn dies mehrmals passiert, dauert es nicht lange, bis die Batterie ersetzt werden muss. Im Gegensatz dazu sind Gelbatterien so aufgebaut, dass sie Tiefentladungen besser vertragen. Zudem behalten sie ihre Kapazität über 10 bis 15 Mal mehr Zyklen als herkömmliche Batterien.

Besserer Komfort im Fahrerhaus
Für den Fahrer hat das Doppelbatteriesystem zur Folge, dass er den Komfort und die Annehmlichkeiten der Bordgeräte genießen kann, ohne die Sorge zu haben, dass das Fahrzeug nicht mehr anspringt. Zum Beispiel kann er nachts bei eingeschalteter Standheizung durchschlafen, ohne mitten in der Nacht aufstehen und den Motor anlassen zu müssen, um die Batterien nachzuladen.

Kraftstoff sparen und die Umwelt schonen
Viele Fahrer lassen nachts einfach den Motor laufen, um für Batteriestrom zu sorgen. Dabei werden zwei bis drei Liter Kraftstoff pro Stunde verbraucht. Wenn man bedenkt, wie lange ein Lkw normalerweise nachts steht und wie viele Nächte er unterwegs ist, summiert sich dies schnell zu einer ansehnlichen Menge Kraftstoff und entsprechend hohen Kosten allein dafür, dass das Fahrerhaus geheizt wird – vom CO2-Ausstoß ganz zu schweigen.

Weniger Ausfälle
Wenn herkömmliche Batterien entladen werden, geht dies als Erstes zu Lasten der Startfähigkeit. Bei einem Doppelbatteriesystem hingegen bleibt diese Funktion bis zuletzt erhalten. Stattdessen werden nach und nach alle Nebenverbraucher abgeschaltet. Im Verbund mit entsprechenden Warnmeldungen sorgt dies dafür, dass der Fahrer früh genug vor dem Verlust der Startfähigkeit gewarnt wird. All dies macht das Risiko des Liegenbleibens aufgrund leerer Batterien deutlich kleiner.

Garantierte Kaltstarteigenschaften
Niedrige Temperaturen verringern die Batteriekapazität erheblich, und eine vollständig entladene Batterie friert bei -5 °C ein (zum Vergleich: eine volle Batterie verträgt Temperaturen von bis zu -70 °C). Das Doppelbatteriesystem mit seinen separaten Starterbatterien behält seine Starteigenschaften selbst bei extremer Kälte.

Kürzere Ladezyklen
Gelbatterien vertragen nicht nur mehr Ladezyklen, sondern lassen sich auch mehr als doppelt so schnell laden als herkömmliche Batterien. Besonders vorteilhaft ist dieser Aspekt für Lkw, die häufig anhalten und wieder losfahren, sodass die Batterien nicht vollständig im Fahrbetrieb geladen werden können. 

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