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Die neuen Verbrauchs- und CO2-Vorschriften der EU und wie es nun weitergeht

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Ab sofort müssen alle neuen Lkw in Europa strengen Verbrauchs- und CO2-Vorschriften der EU entsprechen. Derzeit investiert Volvo Trucks mit Nachdruck in die Entwicklung nachhaltiger Transportlösungen und beschäftigt sich intensiv mit den enormen Auswirkungen auf die Lkw-Branche.
Lars Mårtensson zu den ambitionierten CO₂-Zielen der EU

Wie lauten die neuen Vorschriften?
„Mit Wirkung vom 1. Januar 2019 müssen alle Lkw-Hersteller Kraftstoffverbrauchs- und Kohlenstoffemissionswerte für Neufahrzeuge deklarieren, die in Europa verkauft werden. Dabei handelt es sich um den ersten Schritt des Deklarationsverfahrens, das unsere Branche bei der Realisierung der ehrgeizigen CO2-Reduktionswerte (15 Prozent bis 2025 bzw. 30 Prozent bis 2030) unterstützen wird.“

Wie steht Volvo Trucks zur neuen Gesetzgebung der EU?
„Wir halten das für eine positive Entwicklung. Allerdings wird die Umsetzung alles andere als einfach. Was die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen betrifft, muss die gesamte Branche ihre Anstrengungen verdoppeln. Positiv ist hingegen, dass sich der Schadstoffausstoß deutlich verringern wird und die Hersteller einen gesunden Wettbewerb im Kampf um neue Technologien führen werden. Zudem glauben wir, dass eine stärker verzahnte und ganzheitliche Vorgehensweise noch mehr Potenzial freisetzen könnte. Hier geht es nicht nur um technologische Neuerungen, denn auch eine sparsame Fahrweise, nachhaltige Antriebe, besserer Zugang zu Biokraftstoffen sowie größere Transportkapazitäten spielen eine wichtige Rolle.“

Wie wird Volvo Trucks die zunehmende Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen decken?
„Indem wir kontinuierlich in neue und nachhaltigere Technologie investieren. Wir haben bereits unsere ersten elektrischen Lkw-Modelle vorgestellt und werden dieses Jahr mit der Serienproduktion beginnen. Außerdem bieten wir alternative Antriebe an, zum Beispiel auf Flüssig- und Biogasbasis. Ferner wissen wir, dass noch viel Raum für Verbesserungen des gesamten Fahrzeugs bleibt, und arbeiten permanent an der Optimierung von Getrieben, Motoren, Reifen und Aerodynamik. Ziel ist es, unsere Kunden mit verbrauchsgünstigen Lösungen zu unterstützen, die zu ihren spezifischen Anforderungen passen.“

Warum sollten Transportunternehmen in mehr Nachhaltigkeit investieren?
„Weil das der Weg in die Zukunft ist. Langfristig werden sparsamere Lkw einen höheren Wiederverkaufswert haben. Das kann ein wichtiger Anreiz für den Kauf eines mit Strom oder Gas betriebenen Lkw sein. Wir glauben, dass Kunden und Transportauftraggeber, die dabei den Anfang machen, von dieser Entwicklung profitieren werden.“

Wie könnten Anreize zur Reduzierung von Kohlenstoffemissionen den Wechsel beschleunigen?
„Volvo Trucks spricht sich dafür aus, dass Transportunternehmer, die sich für Neufahrzeuge mit einer besseren Klimabilanz entscheiden, von höheren finanziellen Anreizen profitieren sollten. Da diese Branche zwar durchaus an neuer Technologie interessiert ist, aber mit kleinen Margen zurechtkommen muss, hätten steuerliche Vergünstigungen zur Senkung der Betriebskosten einen großen Effekt auf das Betriebsergebnis. Ferner sind wir der Ansicht, dass unbedingt mehr in die Lade- und Tankstelleninfrastruktur investiert werden muss.“

Wie lassen sich die Emissionen des Transportgewerbes bis 2030 um 30 Prozent senken?
„Vor allem, indem Fahrzeughersteller, Energieunternehmen, Speditionen und deren Kunden auf dasselbe Ziel hinarbeiten. Das ist die größte Herausforderung, vor der wir stehen. Außerdem müssen wir die technische Entwicklung vorantreiben, denn das aktuelle Genehmigungsverfahren der EU ist einfach zu langsam. Was unsere Position als Branche betrifft, bin ich optimistisch: Bislang haben wir unsere Sache gut gemacht, und in Zukunft werden wir sie noch besser machen.“ 

VERBRAUCHSVORSCHRIFTEN DER EU

  • Die durchschnittlichen CO₂-Emissionen sollen bis 2025 um 15 Prozent und bis 2030 um 30 Prozent reduziert werden (basierend auf den Werten von 2019).
  • Die EU-Vorschriften bezüglich der CO2-Emissionen von schweren Lkw gelten für Fahrzeuge, die ab 2019 hergestellt und zugelassen werden.
  • Die Reduzierungswerte beziehen sich auf die durchschnittlichen Emissionen von Lkw, die von den jeweiligen Herstellern produziert werden.
  • Seit dem 1. Januar 2019 muss für jeden neuen Schwerlast-Lkw, der in der EU verkauft wird, eine Deklarierung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen vorliegen. Die beschlossenen Emissionsreduzierungen basieren auf den Werten, die in der Deklarierung vermerkt sind.
  • Der Schwerlastverkehr verursacht etwas weniger als fünf Prozent des gesamten Treibhausgasausstoßes in der EU.